AllgemeinKünstliche IntelligenzWissensbeitrag

EU AI Act Update 2026

Diese Anforderungen gelten jetzt

Als wir im Juni 2025 über die Pflicht zur KI-Kompetenz im Rahmen des EU AI Acts berichtet haben, stand für viele Unternehmen zunächst die Sensibilisierung der Mitarbeitenden im Mittelpunkt. Inzwischen ist die Verordnung jedoch in die nächste Phase eingetreten. Die ersten Verbote gelten bereits, weitere Verpflichtungen sind hinzugekommen und der nächste große Meilenstein steht unmittelbar bevor. Unternehmen sollten ihre Möglichkeiten nutzen, um ihre KI-Nutzung systematisch zu überprüfen und ihre Governance-Strukturen auszubauen.

Was hat sich seit Februar 2025 verändert?

Mit dem 02.02.2025 wurden die ersten Regelungen des EU AI Acts verbindlich. Neben der Pflicht zur KI-Kompetenz gelten seit diesem Zeitpunkt auch die Verbote bestimmter KI-Anwendungen, die von der EU als „unvertretbares Risiko“ eingestuft werden. Dazu gehören unter anderem Social Scoring, bestimmte Formen der Emotionserkennung am Arbeitsplatz sowie manipulative KI-Systeme. Verstöße können erhebliche Bußgelder nach sich ziehen.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein folgte am 02.08.2025: Seitdem sind die im EU AI Act festgelegten Pflichten für Anbieter von General Purpose AI (GPAI), also allgemein einsetzbare KI-Modelle wie große Sprachmodelle, verbindlich anzuwenden. Zudem wurden die europäischen Governance-Strukturen aufgebaut, darunter das AI Office der Europäischen Kommission sowie nationale Aufsichtsbehörden.

Ein aktueller Stichtag: 02. August 2026

Für viele Unternehmen war der 02.08.2026 ein wichtiger Termin. Seitdem traten weitere zentrale Vorgaben in Kraft, insbesondere Transparenzpflichten für KI-Systeme. Nutzer müssen beispielsweise erkennen können, wenn sie mit einer KI interagieren oder wenn Inhalte durch KI erzeugt oder wesentlich verändert wurden. Gleichzeitig beginnt in vielen Bereichen die aktive Durchsetzung der Verordnung durch nationale Behörden.

Während über Anpassungen des ursprünglichen Zeitplans diskutiert wurde, steht fest: Unternehmen sollten nicht auf mögliche Fristverschiebungen hoffen, sondern ihre Compliance-Maßnahmen bereits jetzt umsetzen. Die Richtung der Regulierung ist eindeutig:

👉 Mehr Transparenz, mehr Nachvollziehbarkeit und mehr Verantwortung beim Einsatz von KI.

KI-Kompetenz allein reicht nicht mehr aus

Viele Unternehmen haben inzwischen Schulungen durchgeführt oder interne Leitlinien erstellt. Das ist ein wichtiger erster Schritt, genügt aber langfristig nicht.

Stattdessen sollten Organisationen heute folgende Fragen beantworten können:

  • Welche KI-Systeme werden im Unternehmen eingesetzt?
  • Wer nutzt diese Systeme und zu welchem Zweck?
  • Welche Daten werden verarbeitet?
  • In welche Risikokategorie fällt die jeweilige Anwendung?
  • Welche regulatorischen Anforderungen ergeben sich daraus?

Wer diese Fragen nicht beantworten kann, wird im Fall einer Prüfung erhebliche Schwierigkeiten haben.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für KI-Governance

Aus Sicht der Praxis zeigt sich immer häufiger, dass Unternehmen nicht an der Technologie scheitern, sondern an fehlenden Prozessen und organisatorischen Rahmenbedingungen. Deshalb wird das Thema KI-Governance zunehmend wichtiger.

Eine moderne KI-Governance umfasst unter anderem:

  • klare Verantwortlichkeiten für KI-Themen,
  • dokumentierte Freigabeprozesse,
  • Richtlinien für den sicheren Einsatz von KI,
  • regelmäßige Risiko- und Datenschutzprüfungen,
  • Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen,
  • kontinuierliche Überwachung regulatorischer Entwicklungen.

Insbesondere die zunehmende Nutzung von Microsoft Copilot, ChatGPT, Gemini und anderen generativen KI-Systemen macht deutlich, wie wichtig ein ganzheitliches Governance- und Sicherheitskonzept für Unternehmen geworden ist.

Schatten-KI bleibt ein erhebliches Risiko

Ein Thema hat seit unserem letzten Beitrag sogar noch an Bedeutung gewonnen: die sogenannte Schatten-KI. Mitarbeitende nutzen KI-Werkzeuge häufig ohne Wissen der IT oder der Geschäftsleitung. Dadurch können vertrauliche Informationen in externe Systeme gelangen oder Compliance-Vorgaben verletzt werden.

Unternehmen sollten deshalb nicht nur Verbote aussprechen, sondern sichere und freigegebene Alternativen bereitstellen. Gleichzeitig müssen Mitarbeitende verstehen, welche Daten sie in KI-Systeme eingeben dürfen und welche nicht.

Fazit: Vom Experiment zur geregelten KI-Nutzung

Die Zeit, in der KI vor allem als interessantes Zukunftsthema betrachtet wurde, ist vorbei. Mit dem EU AI Act entwickelt sich der Einsatz von Künstlicher Intelligenz zunehmend zu einem regulierten Bestandteil der Unternehmenspraxis.

Wer sich bislang ausschließlich auf Schulungen konzentriert hat, sollte jetzt den nächsten Schritt gehen: KI-Anwendungen erfassen, Risiken bewerten, Verantwortlichkeiten festlegen und eine belastbare KI-Governance etablieren. So schaffen Unternehmen nicht nur die Grundlage für regulatorische Compliance, sondern auch für einen sicheren und nachhaltigen Einsatz von KI-Technologien im Arbeitsalltag.

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KI-Compliance 2026: Die wichtigsten Fristen auf einen Blick

📅 01.08.2024
Der EU AI Act tritt offiziell in Kraft.

📅 02.02.2025
Verbotene KI-Praktiken und die Pflicht zur KI-Kompetenz werden verbindlich.

📅 02.08.2025
Regeln für General Purpose AI (GPAI), wie große Sprachmodelle, treten in Kraft.

📅 02.08.2026
Transparenzpflichten und wesentliche Teile der KI-Verordnung werden anwendbar. Die behördliche Durchsetzung nimmt deutlich Fahrt auf.

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